Zum Hauptinhalt springen
JuniorDepot

50 € im Monat fürs Kind: Was bis zum 18. Geburtstag daraus wird

50 Euro Sparplan fuers Kind: aus der Muenze wird ein Vermoegen

50 € im Monat werden bis zum 18. Geburtstag rund 19.500 €, wenn du sie in einen breiten ETF-Sparplan mit 6 % Rendite pro Jahr steckst. Davon zahlst du 10.800 € selbst ein, die restlichen 8.700 € macht der Zinseszins.

Aus 50 € im Monat werden 19.500 €

Der Sparplan zieht jeden Monat 50 € vom Verrechnungskonto ein und kauft davon ETF-Anteile. Im ersten Jahr passiert wenig: Du zahlst 600 € ein, das Depot steht bei rund 620 €, ganze 20 € Gewinn. Der Zinseszins braucht Anlauf. Ab dem zehnten Jahr dreht er auf.

Nach … Jahren Eingezahlt Depotwert (6 % p.a.) Davon Gewinn
1 600 € 620 € 20 €
5 3.000 € 3.500 € 500 €
10 6.000 € 8.200 € 2.200 €
15 9.000 € 14.600 € 5.600 €
18 10.800 € 19.500 € 8.700 €

Zwischen Jahr 15 und 18 wächst der Gewinn von 5.600 € auf 8.700 €. In drei Jahren kommen also über 3.000 € dazu, mehr als in den ersten zehn Jahren zusammen. Genau deshalb zählt jeder Monat, den der Sparplan früher läuft.

Alle Werte rechnen mit 6 % Rendite pro Jahr und voller Wiederanlage, gerundet und vor Steuern. Im Kinderdepot bleiben die 8.700 € Gewinn über die Freibeträge des Kindes ohnehin meist steuerfrei.

Startalter und Sparrate: die neun Szenarien

Zwei Stellschrauben verändern das Ergebnis: wann du anfängst und wie viel du einzahlst. Beide zusammen ergeben neun Kombinationen.

Monatlich ab Geburt (18 Jahre) ab 6 Jahren (12 Jahre) ab 12 Jahren (6 Jahre)
25 € 9.700 € 5.300 € 2.200 €
50 € 19.500 € 10.500 € 4.300 €
100 € 39.000 € 21.100 € 8.700 €

Alle Werte gerundet, 6 % p.a., vor Kosten und Steuern.

Die Rate wirkt geradlinig: Verdoppelst du sie, verdoppelt sich das Endvermögen. Das Startalter hebelt stärker. Wer mit 50 € zur Geburt loslegt, landet bei rund 19.500 €. Wer bis zum 12. Geburtstag wartet und dann das Doppelte einzahlt, 100 € im Monat, kommt auf rund 8.700 €. Zwölf Jahre früher schlagen die doppelte Rate um Längen.

Wie stark der Startzeitpunkt die Rendite hebelt, zeigt der Ratgeber Wann lohnt sich ein Junior Depot an weiteren Szenarien.

Sparplangebühren: 0 € oder 1,5 % je Ausführung

Ob dein Sparplan etwas kostet, hängt vom Anbieter ab. Zwei Modelle sind verbreitet: kostenlose Sparpläne oder ein Prozentsatz je Ausführung. Die Consorsbank bespart seit Oktober 2025 alle rund 1.500 ETF-Sparpläne gratis, die ING alle 1.215, Trade Republic sämtliche Sparpläne. Bei comdirect und 1822direkt kostet jede Ausführung 1,5 % der Sparrate, sobald der ETF nicht auf der jeweiligen Gratis-Liste steht.

Rechne die 1,5 % auf 50 € durch. Jede Ausführung zieht 0,75 € ab, im ETF landen nur 49,25 €. Über 216 Monate zahlst du so 162 € an Gebühren. Im Depot fehlen am Ende aber rund 290 €, weil auch die Rendite auf diese 162 € wegfällt. Die Gebühr kostet dich also den Betrag selbst und den Zinseszins darauf obendrauf.

Sparplan Investiert je Monat Endwert nach 18 Jahren
kostenlos 50,00 € rund 19.500 €
1,5 % je Ausführung 49,25 € rund 19.200 €

Bei 100 € im Monat verdoppelt sich der Verlust auf rund 580 €. Ein Fixbetrag trifft kleine Raten sogar härter: Die DKB verlangt 1,50 € je Ausführung, bei 50 € Sparrate sind das 3 %, doppelt so viel wie die 1,5 % von comdirect.

Für 50 € im Monat ist der Unterschied überschaubar, aber vermeidbar. Der Depot-Finder zeigt die Anbieter mit kostenlosen Sparplänen in zwei Minuten.

6 % sind ein Schnitt, keine Garantie

Die 6 % in dieser Rechnung sind ein Langfrist-Durchschnitt, kein fester Zins. Ein breiter Welt-ETF auf einen Index wie den MSCI World oder den FTSE All-World hat über Jahrzehnte im Mittel ungefähr so viel gebracht. Einzelne Jahre schwanken heftig: 2008 verlor der MSCI World rund 40 %, in starken Jahren ging es um 25 % nach oben. Über 18 Jahre glätten sich diese Ausschläge, garantiert ist der Schnitt trotzdem nicht.

Zwei Dinge solltest du einplanen. In einem schwachen Jahrzehnt kann am Ende weniger stehen als die 19.500 €. Und je näher der 18. Geburtstag rückt, desto unruhiger wird es, wenn das Geld voll in Aktien liegt. Viele Eltern schichten die letzten Jahre einen Teil in Tagesgeld um, damit ein Crash kurz vor Schluss nicht die halbe Rendite frisst.

Dieselben 50 € über 18 Jahre sehen bei anderen Renditeannahmen so aus:

Rendite p.a. Endwert nach 18 Jahren
4 % rund 15.800 €
6 % rund 19.500 €
8 % rund 24.000 €

Zwischen einem schwachen und einem starken Verlauf liegen über 8.000 €, bei gleicher Einzahlung. Deshalb rechnet dieser Ratgeber durchgängig mit dem vorsichtigen Mittelwert von 6 %, nicht mit den 8 %, die einzelne Jahrzehnte gebracht haben.

Wie sich ETF, Tagesgeld und Festgeld über 18 Jahre schlagen, vergleicht der Ratgeber Tagesgeld und Festgeld für Kinder. Zur Einordnung: 50 € im Tagesgeld zu 2 % ergeben über dieselbe Zeit nur rund 13.000 €, rund 6.500 € weniger als im ETF.

Wann 50 € im ETF die falsche Wahl sind Brauchst du das Geld in weniger als fünf Jahren, etwa für den Führerschein mit 17, gehört es nicht in einen Aktien-ETF. Ein Kurssturz kurz vor dem Termin drückt die Summe, und die Zeit zum Aussitzen fehlt. Für kurze Ziele passt Tagesgeld besser. Und tilge zuerst teure Schulden: Ein Dispo zu 12 % kostet mehr, als der Sparplan im Schnitt bringt.

Die Sparrate später anpassen

Die 50 € sind kein Vertrag über 18 Jahre. Einen Sparplan änderst du jederzeit online, meist mit zwei Klicks. Läuft es finanziell gut, erhöhst du auf 75 oder 100 €. Wird es eng, senkst du auf 25 € oder pausierst ganz. Das Depot bleibt bestehen, die bereits gekauften Anteile arbeiten weiter, und eine Pause kostet keine Gebühr.

Wichtiger als die perfekte Rate ist, dass der Sparplan überhaupt läuft und früh startet. Wie hoch die Rate zu deinem Haushalt passt, rechnet der Ratgeber Wie viel für Kinder sparen an Kindergeld und Einkommen durch. Dieser Artikel liefert die reine Rechnung für 50 €, jener die Entscheidung über die Höhe.

Häufige Fragen

Reichen 50 € im Monat für ein sinnvolles Startkapital?

Für rund 19.500 € bis zum 18. Geburtstag ja. Das deckt einen Führerschein und die Kaution für die erste Wohnung, oder einen großen Teil der Studien-Startkosten. Wer mehr will, erhöht die Rate oder lässt Großeltern per Dauerauftrag mit einzahlen.

Was passiert, wenn ich erst mit 6 statt zur Geburt starte?

Aus 50 € im Monat werden dann rund 10.500 € statt 19.500 €. Die sechs fehlenden Jahre kosten fast 9.000 €, obwohl du nur 3.600 € weniger einzahlst. Den Rest frisst der entgangene Zinseszins, der früh am meisten Zeit zum Arbeiten hat.

Sind die 19.500 € steuerfrei?

Im Kinderdepot meist ja. Die Gewinne laufen auf den Namen des Kindes, das eigene Freibeträge nutzt: über 13.000 € pro Jahr bleiben steuerfrei, solange das Kind kein weiteres Einkommen hat. Bei 8.700 € Gewinn über 18 Jahre zahlt die Familie darauf normalerweise keine Abgeltungssteuer.

Was kostet mich ein Jahr Warten?

Rund 1.700 €. Startest du erst ein Jahr später, mit 17 statt 18 Jahren Laufzeit, landest du bei etwa 17.700 € statt 19.500 €. Du sparst dir 600 € an Einzahlung und verlierst 1.700 € am Ende. Das teuerste Jahr ist immer das erste, das du auslässt.

Kann ich die Rate mit einer Einmalzahlung kombinieren?

Ja, und das lohnt sich. Legst du zur Geburt zusätzlich 2.000 € auf einen Schlag an, wachsen die über 18 Jahre auf rund 5.700 €. Zusammen mit dem 50-Euro-Sparplan stehen dann rund 25.000 € statt 19.500 €. Ob Einmalkauf oder Sparplan besser zu dir passt, klärt der Ratgeber Einmalanlage oder Sparplan.

To-Do für heute: Sparrate festlegen (50 € sind ein solider Start), einen Anbieter ohne Sparplangebühr wählen und den Dauerauftrag einrichten. Den passenden findest du im Depot-Finder, sortiert nach Kosten und Eröffnungsweg. Je früher der erste Sparplan läuft, desto mehr erledigt der Zinseszins von allein.

Oliver Frankfurth
Über den Autor: Oliver Frankfurth

Bankfachwirt (IHK) mit über 12 Jahren Erfahrung in der Finanzbranche. Experte für Vermögensaufbau und Junior-Depots.

Bereit für das erste Depot?

Vergleiche jetzt die besten Anbieter für 2026.

Zum Vergleich