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JuniorDepot
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Frühstart-Rente

Ab 2027 zahlt der Staat 10 € im Monat in ein Depot für dein Kind. Was das bringt — und wo der Haken liegt.

Stand der Gesetzgebung: Regierungsentwurf vom 12.08.2026 — Bundestag und Bundesrat stehen noch aus. Die Eckpunkte stehen, einzelne Details können sich noch ändern. Ich ziehe die Zahlen hier nach, sobald das Gesetz beschlossen ist.

10 € im Monat, zwölf Jahre lang, geschenkt vom Staat. Das sind 1.440 € — und weil das Geld bis zur Rente liegen bleibt, können daraus bei 6 % Rendite rund 32.000 € werden. Ohne dass du einen einzigen Euro dazulegst.

Klingt nach einem Selbstläufer. Ist es auch, mit einer Einschränkung, die du kennen musst: Das Geld ist bis zum 65. Geburtstag deines Kindes gesperrt. Nicht bis 18. Bis 65.

🎯 Das Wichtigste in Kürze
  • Wer: Kinder von 6 bis 18 mit erstem Wohnsitz in Deutschland
  • Wie viel: 10 € pro Monat vom Staat, maximal 1.440 € insgesamt
  • Ab wann: 1. Januar 2027, gestaffelt nach Geburtsjahrgang
  • Zugriff: Erst mit 65 — vorher kommt niemand an das Geld
  • Selbst einzahlen: bis 6.840 € im Jahr möglich, ebenfalls bis 65 gesperrt

Wann ist dein Kind dran?

Nicht alle Kinder starten gleichzeitig. Die Systematik dahinter ist simpel: Wer sechs wird, rutscht rein. Los geht es 2027 mit den Jahrgängen 2020 und 2021 — für den Jahrgang 2020 rückwirkend ab dem 1. Januar 2026, weil diese Kinder bereits 2026 sechs geworden sind.

Ältere Kinder gehen zunächst leer aus. Sie sollen erst ab 2029 nachträglich aufgenommen werden, bis am Ende alle 6- bis 17-Jährigen dabei sind.

Geburtsjahrgang Start der Zahlung Was maximal zusammenkommt
2020 rückwirkend ab 01.01.2026 1.440 € (volle zwölf Jahre)
2021 ab 01.01.2027 1.440 € (volle zwölf Jahre)
2022 und jünger im Jahr des 6. Geburtstags 1.440 € (volle zwölf Jahre)
2019 und älter voraussichtlich ab 2029 weniger — nur bis zum 18. Geburtstag

Für die Jahrgänge 2019 und älter steht die genaue Ausgestaltung noch nicht fest. Ein Beispiel zur Größenordnung: Ein Kind, das 2029 zwölf Jahre alt ist, käme bis zum 18. Geburtstag auf sechs Jahre Förderung — also rund 720 € statt 1.440 €.

Der Punkt, den fast alle falsch abschreiben

In vielen Artikeln liest du, dein Kind müsse eine Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Das steht so auch in der Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums — im Gesetzentwurf selbst ist es anders geregelt.

Maßgeblich ist der erste Wohnsitz des Kindes in Deutschland. Nicht die Schule, nicht der Kindergarten — und auch nicht der Wohnsitz der Eltern.

Für die meisten Familien macht das keinen Unterschied. Relevant wird es bei Grenzgängern, Auslandsentsendungen oder wenn dein Kind eine Schule im Nachbarland besucht. Ich prüfe diesen Punkt erneut, sobald der Bundestag das Gesetz beschlossen hat.

Frühstart-Rente, Junior-Depot oder Altersvorsorgedepot?

Drei Produkte, die ab 2027 nebeneinander existieren und ständig verwechselt werden. Sie konkurrieren nicht — sie lösen verschiedene Aufgaben.

Kriterium Frühstart-Rente Junior-Depot Altersvorsorgedepot
Für wen Kinder 6–18 Kinder 0–18 Erwachsene
Wer zahlt ein Der Staat: 10 €/Monat Du, Großeltern, Paten Du selbst
Staatliche Förderung 1.440 € geschenkt keine bis 540 €/Jahr, plus 300 € je Kind
Verfügbar ab 65 Jahre 18 Jahre 65 Jahre
Wem gehört es dem Kind dem Kind dir
Eigene Einzahlung bis 6.840 €/Jahr unbegrenzt gefördert bis 1.800 €/Jahr
Anlage ETFs und Fonds ETFs, Fonds, Aktien ETFs und Fonds
Gut für die Rente des Kindes Führerschein, Studium, erste Wohnung deine eigene Rente

Die Zeile, auf die es ankommt, ist „Verfügbar ab". Wenn dein Kind mit 18 einen Führerschein finanzieren oder in eine WG ziehen will, hilft die Frühstart-Rente nicht — das Geld liegt dann noch 47 Jahre fest. Umgekehrt bekommst du im Junior-Depot keinen Cent geschenkt.

Der ausführliche Vergleich Frühstart-Rente gegen Junior-Depot →

Was aus 1.440 € werden kann

Der Reiz der Frühstart-Rente liegt nicht in der Summe, sondern in der Laufzeit. Geld, das mit sechs Jahren eingezahlt wird und bis 65 liegen bleibt, arbeitet 59 Jahre.

Der Staat zahlt (10 € × 12 Jahre) 1.440 €
Wert mit 18 Jahren (bei 6 % p. a.) rund 2.100 €
Wert mit 65 Jahren (bei 6 % p. a.) rund 32.000 €

Legst du selbst 100 € im Monat dazu, landest du nach derselben Rechnung bei rund 350.000 €. Diese Zahlen sind Modellrechnungen mit 6 % Rendite pro Jahr — die tatsächliche Entwicklung kennt niemand, und Kosten und Steuern sind darin nicht berücksichtigt.

Mein Rat zur Zusatzeinzahlung: Erst das Junior-Depot füllen, dann über die Frühstart-Rente nachdenken. Der Grund ist wieder die Sperre bis 65. Ein 18-Jähriger mit 20.000 € im Junior-Depot hat Optionen. Ein 18-Jähriger mit 20.000 € in der Frühstart-Rente hat ein Versprechen.

Was du jetzt tun kannst

Noch gibt es keine zertifizierten Anbieter — das Gesetz ist nicht durch, und kein Depot ist bislang zugelassen. Konkret machbar ist trotzdem etwas:

  • Nachsehen, ob dein Kind 2027 dabei ist. Jahrgang 2020 oder 2021? Dann geht es sofort los, und du solltest die Anbieterwahl im Blick behalten.
  • Nichts überstürzen. Wer kein Depot eröffnet, verliert nichts: Der Staat legt das Geld über die Bundesbank an, dein Kind kann es bis 35 in ein eigenes Depot holen. Die Förderung läuft also auch ohne dich weiter.
  • Das Junior-Depot davon trennen. Die Frühstart-Rente ersetzt es nicht. Wenn du bis 18 etwas aufbauen willst, ist und bleibt das Junior-Depot der Weg dafür.

„Geschenktes Geld nimmt man mit. Aber verwechsel es nicht mit dem Sparen fürs Kind — das eine kommt mit 65, das andere brauchst du mit 18." – Oliver Frankfurth

Häufige Fragen

Bekommt mein Kind die Frühstart-Rente automatisch?

Die Förderung selbst musst du nicht beantragen — das übernimmt der Depot-Anbieter für dich. Du musst aber ein zertifiziertes Altersvorsorgedepot für dein Kind eröffnen. Tust du das nicht, legt der Staat das Geld vorerst gesammelt über die Bundesbank an. Bis zum 35. Lebensjahr kann dein Kind es dann in ein eigenes Depot holen.

Muss mein Kind in Deutschland zur Schule gehen?

Entscheidend ist der erste Wohnsitz des Kindes in Deutschland, nicht die Schule. Das wird oft falsch wiedergegeben, weil das Bundesfinanzministerium in seiner Pressemitteilung vom Besuch einer Bildungseinrichtung spricht. Der Gesetzentwurf stellt auf den inländischen Wohnsitz ab. Auf den Wohnsitz der Eltern kommt es nicht an.

Kann ich das Geld vorzeitig abheben?

Nein. Das Kapital ist bis zum 65. Lebensjahr gesperrt — auch der Teil, den du selbst eingezahlt hast. Es ist außerdem nicht übertragbar und nicht verpfändbar. Für Führerschein, Studium oder die erste Wohnung ist die Frühstart-Rente deshalb ungeeignet.

Kann ich zusätzlich einzahlen?

Ja, bis zu 6.840 € pro Jahr, und das Geld darf aus jeder Quelle kommen — auch von Großeltern. Bedenke aber: Alles, was du hier einzahlst, ist bis 65 gesperrt. Für Geld, das dein Kind mit 18 brauchen könnte, ist ein Junior-Depot der bessere Ort.

Was ist der Unterschied zum Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist für Erwachsene: Du zahlst selbst ein und bekommst bis zu 540 € Zulage im Jahr. Die Frühstart-Rente ist für Kinder von 6 bis 18, und hier zahlt der Staat. Als Elternteil kannst du zusätzlich eine Kinderzulage von bis zu 300 € pro Kind und Jahr in deinem eigenen Altersvorsorgedepot bekommen.

Ersetzt die Frühstart-Rente das Junior-Depot?

Nein, die beiden lösen verschiedene Aufgaben. Das Junior-Depot gehört deinem Kind und steht mit 18 zur Verfügung. Die Frühstart-Rente ist bis 65 gesperrt. Wer beides hat, deckt beide Zeitpunkte ab.

Bis 2027 ist noch Zeit — für das Junior-Depot nicht

Vier Fragen, und du weißt, welches Depot zu deiner Situation passt. Die Frühstart-Rente kommt später von allein dazu.

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